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Messunsicherheit nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 und ISO/TS 15530-4 (VCMM) | 3D Messtechnik KMK
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Messunsicherheit nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 und ISO/TS 15530-4: Bilanz oder Simulation?

14 Min. LesezeitAktualisiert: April 2026

Warum die Frage entscheidend ist

Wie belastbar ist ein Messergebnis auf dem Koordinatenmessgerät wirklich? Diese Frage wird in der Praxis häufig unterschätzt. Denn weder die Maschinenangabe noch ein einzelner Genauigkeitswert entscheiden darüber, wie verlässlich eine Messung ist, sondern die aufgabenspezifische Messunsicherheit des konkreten Prüfmerkmals.

Gerade in der Koordinatenmesstechnik reicht die Angabe E0,MPE eines KMG allein nicht aus, sobald reale Werkstücke, unterschiedliche Merkmale, Antaststrategien, Temperaturbedingungen, Tasterkonfigurationen und Auswertealgorithmen zusammenkommen. An genau dieser Stelle werden zwei fachlich unterschiedliche Wege zur Ermittlung der Messunsicherheit relevant: die Messunsicherheitsbilanz nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 und die simulationsbasierte Ermittlung nach ISO/TS 15530-4 mit dem Verfahren des Virtuellen Koordinatenmessgeräts (VCMM).

Kurz erklärt

VDI/VDE 2617 Blatt 11 (2011)„Genauigkeit von Koordinatenmessgeräten — Kenngrößen und deren Prüfung; Ermittlung der Unsicherheit von Messungen auf Koordinatenmessgeräten durch Messunsicherheitsbilanzen". Analytisches, GUM-konformes Verfahren.
ISO/TS 15530-4:2008„Geometrical Product Specifications (GPS) — Coordinate measuring machines (CMM): Technique for determining the uncertainty of measurement; Part 4: Evaluating task-specific measurement uncertainty using simulation". Simulationsbasiertes Verfahren, in der Praxis umgesetzt als Virtuelles KMG (VCMM).

Drei Ebenen der Unsicherheit auf dem KMG

Wer über Messunsicherheit in der Koordinatenmesstechnik fachlich sauber sprechen will, sollte drei Ebenen klar trennen:

  1. Maschinenfähigkeit — beschrieben durch Kenngrößen wie E0,MPE oder PFTU,MPE nach ISO 10360. Diese gelten unter Normbedingungen mit einem kalibrierten Prüfkörper — nicht am realen Werkstück.
  2. Messstrategie — Antastpunktanzahl, Punkteverteilung, Filter, Ausgleichselemente, Tasterkonfiguration und Einspannung. Sie bestimmt, wie das Merkmal erfasst und ausgewertet wird.
  3. Aufgabenspezifische Messunsicherheit — die belastbare Angabe zum konkreten Prüfmerkmal am konkreten Werkstück. Nur sie kann mit einer Toleranz sinnvoll verglichen werden.

VDI/VDE 2617 Blatt 11 und ISO/TS 15530-4 adressieren beide die dritte Ebene — aber auf grundlegend unterschiedlichen Wegen.

VDI/VDE 2617 Blatt 11: die analytische Messunsicherheitsbilanz

VDI/VDE 2617 Blatt 11 beschreibt ein vereinfachtes, vollständig GUM-konformes Verfahren zur Ermittlung der Messunsicherheit auf Koordinatenmessgeräten durch Messunsicherheitsbilanzen. Der Messprozess wird dabei in seine relevanten Einflussgrößen zerlegt, jede Einflussgröße wird quantitativ bewertet und anschließend über die Unsicherheitsfortpflanzung zur kombinierten Messunsicherheit zusammengeführt.

Das Ergebnis ist eine strukturierte, nachvollziehbare Unsicherheitsbilanz, die für jedes Prüfmerkmal erkennen lässt, welcher Einfluss welchen Anteil an der Gesamtunsicherheit hat. Daraus ergibt sich unmittelbar die erweiterte Messunsicherheit U mit Erweiterungsfaktor k = 2 (Vertrauensniveau ca. 95 %).

Stärken der Bilanzierung nach VDI/VDE 2617 Blatt 11
  • Transparenz: Jede Einflussgröße wird sichtbar, quantifiziert und dokumentiert — keine Black Box.
  • Herstellerunabhängig: Verfahren und Modell sind unabhängig von proprietärer Simulationssoftware.
  • Prüf- und auditierbar: Dritte können die Bilanz nachvollziehen, hinterfragen und bestätigen.
  • GUM-konform: Direkte Anschlussfähigkeit an ISO/IEC Guide 98-3 (GUM) und ISO 14253-1.
  • Universell anwendbar: Auch bei KMG-Typen, für die keine validierte Simulationssoftware vorliegt.
  • Gezielte Optimierung: Die größten Unsicherheitsbeiträge werden sichtbar und können wirtschaftlich reduziert werden.

Der Nachteil: Bei sehr komplexen Messaufgaben wird die Modellbildung aufwendig — doch genau diese Modellierung zwingt zur fachlichen Durchdringung des Messprozesses und liefert dadurch einen dauerhaften, weiter nutzbaren Erkenntnisgewinn.

Einflussgrößen in der Bilanz

Eine Messunsicherheitsbilanz nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 umfasst typischerweise folgende Einflussgruppen:

EinflussgruppeTypische Beiträge
KoordinatenmessgerätLängenmessabweichung E0, Geometrie-/Achsabweichungen, Wiederholgenauigkeit
TastsystemAntastabweichung PFTU, Tasterkonfiguration, Tasterwechsel, Scanning vs. Einzelpunkt
WerkstückFormabweichungen, Oberflächenrauheit, Ausdehnungskoeffizient, Steifigkeit/Aufspannung
UmgebungTemperaturniveau und -gradienten, Luftfeuchte, Vibrationen, Klimastabilität
MessstrategieAntastpunktanzahl und -verteilung, Ausgleichselement, Filter, Auswertealgorithmus
RückführungUnsicherheit der verwendeten Normale und Kalibrierungen
Bediener/ProzessAusrichtung, Einspannung, Wiederholbarkeit zwischen Anwendern

Aus diesen Einzelbeiträgen ergibt sich über die quadratische Addition (bei unabhängigen Beiträgen) bzw. unter Berücksichtigung von Korrelationen die kombinierte Standardmessunsicherheit uc. Der Erweiterungsfaktor k = 2 führt auf die erweiterte Messunsicherheit U = k · uc.

ISO/TS 15530-4 und das Virtuelle KMG (VCMM)

ISO/TS 15530-4:2008 beschreibt einen alternativen, GUM-kompatiblen Weg: die aufgabenspezifische Messunsicherheit wird über eine numerische Simulation des Messprozesses ermittelt. Die Norm definiert dabei insbesondere Anforderungen an sogenannte Uncertainty Evaluating Software (UES) sowie Prüfmethoden für diese Software.

Die industriell etablierte Umsetzung dieses Ansatzes ist das Virtuelle Koordinatenmessgerät (VCMM) — eine Software, die das reale KMG inklusive aller relevanten Einflussgrößen digital nachbildet und per Monte-Carlo-Simulation viele ähnliche Messungen rechnerisch durchführt.

Virtuelles KMG / VCMM

Der Begriff Virtuelles Koordinatenmessgerät stammt aus der Arbeit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Das VCMM erweitert das Konzept der ISO/TS 15530-4 um konkrete Modelle für Scanning, Tasterwechsel, Unterabtastung der Form und effektive Rauheitseinflüsse. Grundidee: das KMG misst real — zusätzlich simuliert die Software dieselbe Aufgabe tausendfach mit zufällig variierten Einflussgrößen innerhalb ihrer bekannten Verteilungen.

Funktionsprinzip des VCMM in fünf Schritten

  1. Messgerät charakterisieren — Geometrieabweichungen, Antastabweichung und Temperaturverhalten des realen KMG werden in der Simulationssoftware abgebildet.
  2. Messaufgabe beschreiben — Prüfmerkmal, CAD-Geometrie, Tastsystem und Messstrategie werden der Software übergeben.
  3. Einflussgrößen festlegen — relevante Größen (Temperatur, Rauheit, Antaststreuung, Formabweichung) werden mit Wahrscheinlichkeitsverteilungen versehen.
  4. Reale Messung durchführen — das Werkstück wird einmal real gemessen; dieser Messlauf bildet die Basis.
  5. Simulationsläufe auswerten — die Software rechnet den Messvorgang n-fach mit variierten Einflussgrößen nach; aus der Streuung der simulierten Ergebnisse ergibt sich die aufgabenspezifische Messunsicherheit.

Der Reiz dieses Verfahrens liegt in seiner Fähigkeit, sehr komplexe Messaufgaben aufgabenspezifisch abzubilden. Seine Herausforderung liegt in der Abhängigkeit von der konkreten, validierten Simulationssoftware und der Qualität der hinterlegten Modelle.

Bilanz vs. Simulation: der direkte Vergleich

KriteriumVDI/VDE 2617 Blatt 11 (Bilanz)ISO/TS 15530-4 / VCMM (Simulation)
GrundprinzipAnalytische MessunsicherheitsbilanzNumerische Simulation / Monte-Carlo
Normative GrundlageVDI/VDE 2617 Blatt 11:2011, GUMISO/TS 15530-4:2008
Transparenz der EinflüsseHoch — jeder Beitrag einzeln sichtbarEingeschränkt — in der Simulation verborgen
Nachvollziehbarkeit für DritteVollständig dokumentierbarVon Software-Validierung abhängig
HerstellerabhängigkeitUnabhängigBindung an spezifische UES/VCMM-Lösung
Aufwand pro MerkmalEinmalige Modellbildung, dann übertragbarSimulationsläufe je Merkmal erforderlich
OptimierungspotenzialGrößte Beiträge direkt erkennbarErst über Sensitivitätsanalysen sichtbar
Audit- und PrüffähigkeitStrukturiert belegbarAbhängig von Software- und Validierdokumentation
Universelle AnwendbarkeitFür alle KMG-Typen geeignetNur, wo validierte UES verfügbar ist
Der praktische Mehrwert

Beide Wege sind GUM-kompatibel — in der industriellen Anwendung bietet die Messunsicherheitsbilanz nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 jedoch den größten fachlichen Hebel: Sie zwingt zur Durchdringung des Messprozesses, legt jede Unsicherheitsquelle offen, bleibt herstellerunabhängig dokumentierbar und lässt sich gegenüber Auditoren, Kunden und Zertifizierungsstellen ohne Verweis auf eine proprietäre Simulations-Blackbox belastbar darstellen. Für viele KMG-Messaufgaben in der Fertigungsmesstechnik ist damit die Bilanz der robustere, wirtschaftlichere und fachlich wertvollere Weg.

Entscheidungshilfe: welches Verfahren passt?

Für die Messunsicherheitsbilanz nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 spricht:

  • Einflussgrößen sollen transparent, einzeln bewertet und dokumentiert werden
  • Das Ergebnis muss gegenüber Kunden, Auditoren oder Zertifizierungsstellen nachvollziehbar sein
  • Der Nachweis soll unabhängig von einer proprietären Herstellersoftware geführt werden
  • Die Bilanz soll für ähnliche Prüfmerkmale übertragbar und wiederverwendbar sein
  • Die größten Unsicherheitsbeiträge sollen gezielt optimiert werden (Temperatur, Taster, Strategie)
  • Das Prüfmerkmal ist regelmäßig zu bewerten, z. B. im Rahmen der Prüfprozesseignung oder EMPB-Erstellung
  • Die Anwendbarkeit soll unabhängig vom eingesetzten KMG-Modell gegeben sein

Für die Simulation nach ISO/TS 15530-4 / VCMM spricht:

  • Es existiert eine validierte Uncertainty Evaluating Software für das konkrete KMG
  • Die Messaufgabe ist so komplex, dass ein analytisches Modell an Grenzen stößt
  • Scanningreiche Freiformaufgaben sollen aufgabenspezifisch bewertet werden
  • Der simulationsbedingte Mehraufwand ist wirtschaftlich vertretbar
Normhinweis

Beide Verfahren sind anerkannt und GUM-kompatibel. Die Wahl ist keine Frage der „Modernität", sondern der Angemessenheit zur Messaufgabe. In der Praxis sind viele KMG-Messaufgaben mit der Bilanz nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 sauber abbildbar — und liefern den größten fachlichen und kommunikativen Mehrwert, weil jede Einflussgröße prüfbar offenliegt.

Praxisbeispiele aus dem Messalltag

Beispiel 1: Lagerbohrung an einem Getriebegehäuse

Prüfmerkmal: Bohrungsdurchmesser mit einer Toleranz von 20 µm. Eine Bilanz nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 zerlegt die Unsicherheit in Längenmessabweichung, Antastabweichung, Formabweichung der Bohrung, Temperatureinfluss und Ausgleichsverfahren. Das Ergebnis: eine erweiterte Messunsicherheit U mit klar identifiziertem größten Beitrag (Temperatur) — und daraus abgeleitete, gezielt wirksame Optimierungsmaßnahmen.

Beispiel 2: Rechtwinkligkeit an einer Werkzeugmaschinen-Komponente

Eine Lagetoleranz über zwei Funktionsflächen ist zu bewerten. Die analytische Bilanz berücksichtigt explizit Einflüsse aus Ausrichtungsverfahren, Antaststrategie und Geometrieabweichungen der Referenzfläche. Der Nutzen: die Prüfprozesseignung nach der Golden Rule (U ≤ T/4 bis T/10) lässt sich unmittelbar beurteilen und gegenüber dem Kunden lückenlos dokumentieren.

Beispiel 3: Position mehrerer Bohrungen am Druckgussteil

Positionstoleranzen nach ISO GPS, referenziert auf drei Bezüge. In der Bilanz nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 werden die Unsicherheiten der Bezugsmessung, der Positionsmessung und der Auswertung getrennt bewertet und über die Ausgleichsrechnung zu einer belastbaren Gesamtunsicherheit verknüpft — transparent gegenüber Kunde und Auditor.

Beispiel 4: Freiformfläche mit Scanning

Eine Freiformfläche wird dicht gescannt. Für diese Aufgabe kann die simulationsbasierte Ermittlung nach ISO/TS 15530-4 (VCMM) fachlich sinnvoll sein — sofern eine validierte Simulationssoftware verfügbar ist und die Merkmalsauswertung aufgabenspezifisch simuliert werden kann. In vielen Fällen ergibt auch hier eine Bilanz nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 einen robusten, wirtschaftlich gut vertretbaren Wert.

FAQ — häufige Fragen zur Messunsicherheit auf dem KMG

Was ist der Unterschied zwischen VDI/VDE 2617 Blatt 11 und ISO/TS 15530-4?

VDI/VDE 2617 Blatt 11 beschreibt die Ermittlung der Messunsicherheit auf Koordinatenmessgeräten über analytische Messunsicherheitsbilanzen nach GUM. ISO/TS 15530-4 beschreibt dagegen die aufgabenspezifische Messunsicherheit über numerische Simulation des Messprozesses, praktisch umgesetzt durch das Virtuelle Koordinatenmessgerät (VCMM).

Was ist ein Virtuelles Koordinatenmessgerät (VCMM)?

Ein Virtuelles KMG ist die softwaregestützte Umsetzung der simulationsbasierten Unsicherheitsermittlung nach ISO/TS 15530-4. Messgerät, Einflussgrößen und reale Messung werden digital abgebildet; aus vielen simulierten Wiederholungen — typischerweise per Monte-Carlo-Simulation — wird die aufgabenspezifische Messunsicherheit abgeleitet.

Warum reicht die Maschinenangabe E0,MPE nicht aus?

E0,MPE beschreibt eine Geräteeigenschaft unter Normbedingungen mit einer Kalibrierkugel. Sie sagt wenig über die tatsächliche Unsicherheit eines konkreten Prüfmerkmals an einem realen Werkstück aus. Messstrategie, Antastkonfiguration, Werkstückform, Temperatur und Auswertealgorithmus beeinflussen das Ergebnis zusätzlich — daher ist eine aufgabenspezifische Bewertung nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 oder ISO/TS 15530-4 erforderlich.

Wann ist die Messunsicherheitsbilanz nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 sinnvoll?

Immer dann, wenn Einflussgrößen transparent, nachvollziehbar und herstellerunabhängig dokumentiert werden sollen. Sie ist GUM-konform, prüfbar und gegenüber Auditoren, Kunden und Zertifizierungsstellen ohne Rückgriff auf eine proprietäre Simulationssoftware belastbar darstellbar — und damit in sehr vielen KMG-Messaufgaben das Verfahren mit dem größten fachlichen Mehrwert.

Welche Einflussgrößen gehen in die Messunsicherheit eines KMG ein?

Typische Einflussgrößen: Längenmessabweichung des KMG, Tastsystem (Konfiguration, Antastabweichung), Werkstückeigenschaften (Form, Oberfläche, Ausdehnungskoeffizient), Temperatur und Temperaturgradienten, Messstrategie (Antastpunktanzahl und -verteilung), Ausrichtung und Einspannung, Auswertealgorithmus sowie Rückführung auf Normale.

Wie hängen Messunsicherheit und Toleranz zusammen?

Nach der Golden Rule der Messtechnik sollte die erweiterte Messunsicherheit U kleiner als 1/4 bis 1/10 der Merkmalstoleranz T sein, damit die Prüfprozesseignung gegeben ist. Bei Konformitätsaussagen nach ISO 14253-1 wird die Messunsicherheit von beiden Toleranzgrenzen abgezogen — wer Unsicherheit zu grob abschätzt, riskiert falsche Annahme oder falsche Rückweisung.

Kann man beide Verfahren kombinieren?

Ja. In der Praxis wird die analytische Bilanz nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 häufig als tragendes Verfahren eingesetzt und bei ausgewählten komplexen Merkmalen durch simulationsgestützte Betrachtungen nach ISO/TS 15530-4 (VCMM) ergänzt. Wichtig ist in jedem Fall die klare Trennung der beiden methodischen Wege im Messbericht.

Fazit: Bilanz als robuster Mehrwert, Simulation als spezialisierte Ergänzung

Messunsicherheit in der Koordinatenmesstechnik ist keine formale Pflichtübung, sondern das entscheidende Qualitätsmerkmal eines Messergebnisses. Sie beeinflusst unmittelbar die Bewertung von Toleranzen, die Prüfprozesseignung und jede Konformitätsaussage. Wer sie zu grob abschätzt, riskiert unnötigen Ausschuss — oder eine zu optimistische Freigabe.

Die Messunsicherheitsbilanz nach VDI/VDE 2617 Blatt 11 bietet dafür den strukturierten, transparenten und herstellerunabhängigen Weg. Sie macht jede Einflussgröße prüfbar sichtbar, ist GUM-konform, gegenüber Kunden und Auditoren belastbar dokumentierbar und liefert damit den größten fachlichen und kommunikativen Mehrwert. Die Simulation nach ISO/TS 15530-4 mit dem Virtuellen KMG (VCMM) ist eine leistungsfähige Ergänzung — insbesondere bei sehr komplexen Messaufgaben und bei Verfügbarkeit einer validierten Uncertainty Evaluating Software.

Die 3D Messtechnik KMK GmbH in Offenburg — gegründet 1993, seit 2024 als GmbH geführt von Jan Höfer und Kirsten Milkau — bewertet Messunsicherheit für konkrete Prüfmerkmale auf Koordinatenmessgeräten strukturiert, nachvollziehbar und entscheidungsrelevant. Messungen erfolgen im klimatisierten Messraum bei 20 ± 1,0 °C auf dem ZEISS PRISMO (MPEE = 1,0 + L/350 µm) sowie auf dem handgeführten 3D-Laserscanner ZEISS T-SCAN hawk 2, ergänzt durch Vor-Ort-Service EU-weit und digitales Prüfmittelmanagement.

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Sie möchten die Messunsicherheit für ein konkretes Prüfmerkmal auf dem Koordinatenmessgerät bewerten oder die Eignung eines Messkonzepts prüfen lassen? Unsere Messtechnik-Experten beraten Sie individuell — kostenlos und unverbindlich.

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